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das Lebewesen Ammonit

Ammoniten - unbekannte Wesen?
Fossilien - Geschichte der Ammonitenforschung
Die Stellung der Ammonoideen
Das Vorkommen eines Brutgehäuses bei Argonauta
Nomenklatur und Taxonomie der Ammonoideen
Externe Merkmale der Ammoniden
Mollusken - Abrasion
Sepien - Kalmare - Octopoden
Conellen - auf Steinkernen von Ammonoiden
Gehäuseanomalien - kranke Formen
Parasitismus & Krankheiten
Fehlende Skulptur der inneren Schalenlamellen
Der Sypho
Die Septen - der septale Mantel

 

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Will man das Lebewesen Ammonit in all seinen Aspekten verstehen, so kommt seiner Einpassung in das ökologische Gefüge der Zeit eine besondere Bedeutung zu. Wesentliche Beobachtungen zu synökologischen Wechselbeziehungen wurden im Zusammenhang mit der Ernährung der Ammonoideen bereits erwähnt. Hier sollen nun drei Gesichtspunkte fossil nachweisbarer synökologischer Wechselbeziehungen von Ammonoideen mit anderen Organismen im Mittelpunkt stehen:

  • Predation (Räuber-Beute-Beziehung),
  • Epökie (Besiedlung der Gehäuse durch sessile Organismen),
  • Parasitismus (Störungen im Gehäusebau durch Schmarotzer).

Predation

Ammonoideen nahmen nicht nur als Verzehrer von kleineren Beutetieren ihren Platz in der marinen Nahrungskette ein, sondern sie bildeten auch selbst die Nahrungsgrundlage für andere Organismen.

Verschiedene Predatoren wie andere Cephalopoden (Nautiliden, Coleoideen), scherentragende Krebse und Raubfische haben wir bereits als wesentliche Verursacher von Gehäuse- und Epithelverletzungen im Zusammenhang mit deren Regeneration kennengelernt. In den dort beschriebenen Fällen waren die Angreifer aber nicht erfolgreich, die verletzten Ammonoideen konnten entkommen und ihre Blessuren anschließend wieder verheilen. Wir wollen uns hier vor allem auf solche Fälle konzentrieren, bei denen die Angreifer den Ammonit erfolgreich zur Strecke brachten.

Hinweise auf das Spektrum möglicher Freßfeinde liefern zum einen die charakteristischen Angriffsspuren am Gehäuse, zum anderen die erhalten gebliebenen Mageninhalte der Freßfeinde (Predatoren). Wie wir bereits bei der Erörterung regenerierter Verletzungen festgehalten haben, sind auch tödliche (letale) Predationserscheinungen Ausdruck einer spezifischen Räuber-Beute-Beziehung. So hatten bestimmte Ammonitenarten beziehungsweise -wuchsformen je nach ihrem Lebensraum bevorzugte Jäger.

Die Analyse der Predationsphänomene versetzt uns so in die Lage, Rückschlüsse auf spezifische Lebensweisen der betroffenen Ammonoideen zu ziehen. An ihren Gehäusen können vor allem drei Erscheinungsformen festgestellt werden, die wir auf tödliche Predationsattacken zum Teil unterschiedlicher Verursacher zurückführen:


1. Klar abgegrenzte Bissmarken durch Wirbeltier-Zähne,
2. Aufschälen der Wohnkammer von der Mündung aus,
3. große Schalenverluste im Gehäuse hinter der Gehäusemündung.

Besonderes Aufsehen haben zu Beginn der sechziger Jahre Bißmarken von Mosasaurus - einer mehrere Meter langen Meeresechse - in den Gehäusen von Placenticeras, einem großwüch-sigen, diskusförmigen Ammoniten der Ober-Kreide Nordamerikas, erlangt. Seitdem sind ähnliche Funde mehrfach beschrieben und untersucht worden.

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Die spitzkonischen Zahnt dieser gigantischen Eidechsen haben regelmäßige Lochreihen in die Phragmokone gestanzt, und die in die Schale eingedrungenen Zähne haben einen typischen Kranz nach innen geschleppter Schalenfragmente erzeugt. Die Anordnung der Bißmarken lässt darauf schließen, dass die Meeresechsen beim Zubeißen zum Teil mehrfach nachgefaßt haben. Die Wohnkammern ihrer Opfer wurden in der Regel abgebissen, so dass die schnell gefluteten Phragmokone mehr oder weniger zertrümmert auf den Meeresgrund sanken und fossil wurden. Ähnliche Lochreihen können im Zuge der Fossilisation auch durch Implosionen schwächerer Schalenpartien entstehen, beispielsweise dort, wo sich vor der Einbettung des Ammoniten Napfschnecken auf dem Gehäuse niedergelassen und an diesen Stellen ein rundes bis ovales Liegebett in die Schale gefräst hatten. Dennoch sind solche alternativen Erklärungsversuche für die klassischen Funde, bei denen die Lochreihen exakt mit dem Zahnabstand und der Kieferform von Mosasaurus übereinstimmen, unwahrscheinlich. Oft bleibt fraglich, auf welche Verursacher verschiedene andere, durch Einwirkung einzelner Zähne entstandene Lochmuster in Am-monoideenschalen zurückgehen.

Durchweg ohne Wohnkammer überlieferte Goniatiden mit ähnlichen Lochmustern im Phragmokon wurden mehrfach als Fraßreste von Haien interpretiert. Im Jura scheinen die Hochsee-Jäger wie Haie und die weitverbreiteten marinen Reptilien (Ichthyosaurier) jedoch eher Fisch- und Coleoideen-Schwärme, besonders Be-lemniten, gejagt zu haben. So konnten beispielsweise im Magen eines Haifisches (Hybodus) aus dem schwäbischen Posido-nienschiefer mehr als hundert Belemniten-Rostren gezählt werden.

In vergleichbaren Schichten Englands enthielt der Magen einer Fischechse eine Massenansammlung von Onychiten, den Hornhäkchen der Belemnoideen-Arme. Sie lassen darauf schließen, dass eine Ichthyosaurier-Mahlzeit aus 760 bis 2430 Belemniten-Weichkörpern (die kalkigen Rostren wurden großer Mondfische (Gyrodus) im Solnhofener Plattenkalk belegen die Räuber-Beute-Beziehung zwischen Raubfischen und Ammoniten.

Die hohe Konzentration organischer Substanzen innerhalb der Magenfüllung hatte im ersten Beispiel zur Folge, dass die ursprünglichen Perlmuttschalen zum Teil erhalten blieben, während die Ammonitengehäuse im umgebenden Sediment aufgelöst wurden und nur als Abdrücke vorliegen.

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