Fossiliensammlung Knecht - Fossil Collection Knecht

Die Septen english | deutsch

Sehen Sie Bilder unsere FossiliensammlungAnfrage zu der Fossiliensammlung
Der Weichkörper (septaler Mantel)

Ammoniten - unbekannte Wesen?
Fossilien - Geschichte der Ammonitenforschung
Die Stellung der Ammonoideen
Das Vorkommen eines Brutgehäuses bei Argonauta
Nomenklatur und Taxonomie der Ammonoideen
Externe Merkmale der Ammoniden
Mollusken - Abrasion
Sepien - Kalmare - Octopoden
Conellen - auf Steinkernen von Ammonoiden
Gehäuseanomalien - kranke Formen
Parasitismus & Krankheiten
Fehlende Skulptur der inneren Schalenlamellen
Der Sypho
Die Septen - der septale Mantel

 

Inserate Basel - Gratis Inserate aus der Region Basel - Inserate Gratis Aufgeben


Der Einbau der Kammerscheidewände erfolgt in episodischen Abständen weitgehend unabhängig von dem annähernd kontinuierlichen Vorbau der Gehäuseröhre. Dennoch finden in gewissen Grenzen Rückkoppelungseffekte zwischen beiden Vorgängen statt. So werden bei einer vorübergehenden Störung im Gehäusebau (zum Beispiel während der Regeneration größerer Schalenverletzungen) die Septenabstände verkürzt; es kommt zu einer vorübergehenden Septendrängung.


Jedoch scheint - zumindest beim Nautilus - bei anhaltenden Wachstumsstörungen, die einen effektiven Wohnkammer-Vorbau verhindern, der Septeneinbau nicht gänzlich gestoppt werden zu können. So entwickeln in Gefangenschaft gehaltene Nautiliden oft kragenförmig nach außen weisende Mundränder, welche die Tiere durch mehrfaches Unterfangen mit neuem Schalenmaterial auszugleichen versuchen. Die abnormale Vervielfachung der Schale hat zwar einen normalen Gewichtszuwachs des Gehäuses, aber keinen Wachstumsfortschritt der Wohnkammer zur Folge.

In solchen Extremsituationen können die Tiere den Einbau neuer Kammerscheidewände jedoch nicht stoppen, vielmehr wird durch die neuen Kammern die Wohnkammer in Einzelfällen sukzessive auf weniger als die Hälfte ihrer normalen Länge verkürzt. Die Nautiliden schieben sich gleichsam selbst aus dem Gehäuse hinaus.

Erst mit Einsetzen der Geschlechtsreife werden Größenzuwachs und Einbau von Kammerscheidewänden allmählich eingestellt. Die letzten Kammerscheidewände adulter Individuen bei Nautiliden wie Ammonoideen zeigen deshalb oft eine finale Septendrängung.

Kammerbildung


Der Ablauf zur Bildung einer neuen Kammer ist bei Nautiliden und Ammonoideen deutlich verschieden. Nautilus öffnet durch episodisches Vorrücken des hinteren Mantels den Freiraum für die neu zu bildende Kammer in einem relativ kurzfristigen Vorgang. Der dabei freiwerdende Raum zwischen apikalem Mantel und dem vorhergehenden Septum wird im selben Maße mit Kammerflüssigkeit gefüllt, wie die Öffnung erfolgt. Das Vorziehen des Körpers ging bei den Ammonoideen hingegen mehr oder weniger kontinuierlich vor sich. Nur das dorsale Muskelsystem wurde diskontinuierlich versetzt, das heißt, es blieb so lange an den Schalen angeheftet, bis der Abstand für die neue Kammer erreicht war, und wurde dann in einem Zug um diese Strecke vorverlegt. Im einzelnen liefen bei der Kammerbildung der Ammonoideen wohl folgende Schritte ab:

1. Der Weichkörper (septaler Mantel) löste seine Verankerung im hinteren Wohnkammerabschnitt und rückte im Gehäuse in kleinen Abständen allmählich nach vorne. Im ventralen und dorsolateralen Bereich wird der mehr oder weniger kontinuierliche Rückzug bei der Öffnung des neuen Kammerhohlraumes teils durch bandartige Muskelansatzleisten, teils durch eine enge Abfolge organischer Schleimabsonderungen markiert, die nach ihrer Entwässerung als "Pseudosepten" ("Haftbandstrukturen", "Schleppstreifen") erhallen bleiben konnten. Sie zeichnen zwischen den mineralisierten Septen deren prinzipielle Kontur nach. Die dabei oft erkennbare Vereinfachung der organischen Zwischensepten resultiert aus der Muskelkontraktion.

Fossiliensammlung zu verkaufen!!

Haben Sie Interesse? Senden Sie bitte eine Anfrage und wir kontaktieren Sie unverbindlich!
» Anfrage senden  

 

Bei guter Erhaltung finden sich auf den Steinkernen von Ammonoideen die farblich abgesetzten Pseudosepten, welche vor der Kammerscheidewand deren grobe Konfiguration mehrfach nachzeichnen können und das Vorrücken des hinteren Mantels in kleinen Stufen belegen. Sie geben den Verlauf der Loben-linie (siehe unten) in engen Sequenzen wieder beziehungsweise verbinden sie mit feinen Spirallinien (Schleppstreifen).
Aus der sich zwischen zwei mineralisierten Septen verändernden Konfiguration der Pseudosepten leiten Checa und Garcia-Ruiz einen steigenden Flüssigkeitsdruck der sich ausbildenden Kammer ab.

2. Nur bei den Ammonoideen wurden während der Entstehung
des neuen Kammerlumens zum Teil auch resistentere organische Lamellen (intracamerale Lamellen) eingebaut, die in ihrer zum Teil horizontalen Anordnung von der Konfiguration der Septen oder ihren organischen Zwischenstufen (Pseudosepten) unabhängig sind. Sie standen im Kontakt mit dem Sipho und wurden diagonal beziehungsweise quer zu den Kammerscheidewänden eingezogen.
Sie sind bei triadischen und jurassischen Ammonoideen gelegent
lich durch eine frühe Phosphatisierung erhalten geblieben oder können aus der charakteristischen Verteilung unterschiedlicher Sedimentfüllungen des Steinkerns abgeleitet werden. Ihre artkonstante und regelmäßige Anordnung steht im Widerspruch zu Deutungen, es handle sich hierbei lediglich um organische Restsubstanzen, die bei der Entwässerung der Kammern zurückgeblieben wären.

3. Eine apikale Septalhaut formt aus organischem Material das
spätere Kalkseptum in allen Details vor. Ihre Anheftung an der Gehäusewand erfolgt beim Nautilus entlang einer geschlossenen Linie (Aponeurosis). Dagegen war das organische Vorseptum bei den Ammonoideen eher punktuell befesügt, wie die Schleppstreifung insbesondere mesozoischer Formen belegt

4. Die Prozesse, die zur Mineralisierung der organischen Septalhaut durch den apikalen Mantel führen, sind noch umstritten. Unmittelbar nach der Verankerung des septalen Mantels an der Gehäuseinnenseite bildete sich zunächst wohl eine "präseptale prismatische Zone", die als Ansatz der Septalhaut (Pellicula) exakt den Verlauf der Lobenlinie vor
zeichnete. Die nach vorne weisende Seite der Pellicula oder einer möglicherweise zusätzlichen Septalmembran wurde durch den Mantel in Form regelmäßiger Perlmutt-Strukturen mineralisiert.

Sobald die Kammerflüssigkeit in der jeweils neu gebildeten Kammer weitgehend ausgepumpt war, erfolgte die Anlage des folgenden Septums.


Es gibt verschiedene methodische Ansätze, um die zeitliche Dauer der Kammerbildung bei den Ammonoideen abzuschätzen.

Als wenig präzise erwiesen sich die indirekten, vergleichenden Herangehensweisen. Stellt man die Wachstumsgeschwindigkeit des Gehäuses der Zuwachsrate von anderen Organismen gegenüber (Epöken: zum Beispiel Röhrenwürmer, Austern), die sich zu Lebzeiten auf dem Ammonitengehäuse festgesetzt hatten, so erbrachten Kalkulationen zur Bildungsdauer einer Kammer zwischen einer Woche bis zu einem Monat.

Fossilien - Fossiliensammlung - Fossilien Schweiz - Fossilien Herznach - Fossilien Verkauf - Fossilien zum Kauf - Herznach - Ammonitenfauna - Fossilien zum Kauf - Kammerbildung - Septen - Weichkörper - Septalhaut - Pseudosepten


Glossar der Fachbegriffe
A B C D E F G H I K L M N O P R S T U V Z
Die Eisen- und Manganerze der Schweiz
Stratigraphisches Profil der Herznacher Mine
Mineralparagenesen im Schweizer Jura
Synökologische Interaktionen
Die Stammesgeschichte der Ammonoideen: 350 Millionen Jahre Erfolgskurs
Mineralien in guten Kristallen im Schweizer Jura
Verletzungen am Gehäuse und dem Mundsaumepithel
Das "Fastigatus-Problem"
Das Gehäuse als hydrostatischer Apparat

 

Webdesign Wien Homestage - Webpromotion WienÖsterreich - www.homestage.at



Crustueea | Mollusca | Mesonautilidae | Nautilus (Paracenoceras) |
Mineralogie des Schweizer Juras - Literaturverzeichnis | Sitemap | Impressum
© 2005 - Ein Projekt von Masterhomepage - Basel