Fossiliensammlung Knecht - Fossil Collection Knecht

Erscheinungsformen, die nur einzelne bis wenige Individuen einer Population betreffen english | deutsch

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Parasitismus & Krankheiten

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Parasitismus & Krankheiten
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Unter Anomalien verstehen wir ausschließlich solche Erscheinungsformen, die nur einzelne bis wenige Individuen einer Population betreffen und auf Krankheiten oder Verletzungen zurückgeführt werden können.

Genetisch bedingte Modifikationen ganzer Populationen beziehungsweise regelhafte Veränderungen, die während des individuellen Heranwachsens zeitweise eintreten (zum Beispiel heteromorpher Gehäusebau, terminale Mündungsausbildungen usw., siehe unten) sind demnach ebenso aus der Gruppe pathologischer Formen auszuklammern wie Modifikationen innerhalb der natürlichen Variationsbreite von Merkmalen. Die Ursachen anomaler (pathologischer) Erscheinungen an Ammonitengehäusen lassen sich folglich noch konkreter fassen:


o Krankheiten und Parasitismus
o Epökie: Bewuchs durch sessile Organismen
o traumatische Ereignisse - Perlenbildung


Unter Perlen versteht man Schalenwucherungen, die zur Abkapselung von Fremdkörpern angelegt werden. Wir kennen sie bei nahezu allen modernen Großgruppen der schalentragenden Mollusken (Muscheln, Schnecken, Scaphopoden und Nautilus).

Nach ihrer Erscheinungsform unterscheidet man drei Perlentypen:
o Schalenkonkretionen (Blisters),
o freie Perlen,
o Haftperlen (Schalenperlen).

Der Entstehungsvorgang ist in allen drei Fällen ähnlich. Eine Schalenkonkretion überwächst einen zwischen dem schalenbildenden Mantel und der Schaleninnenseite eingedrungenen Fremdkörper mit neuen Schalenschichten. Das Resultat sind warzenartige Auswüchse auf der Schaleninnenseite. Vielfach werden durch Anbohrungen der Schale parasitäre Fremdkörper eingebracht.

Zur Bildung einer freien Perle ist erforderlich, daß ein Teil des Mantelepithels beim Eindringen des Fremdkörpers verletzt und aus seinem ursprünglichen Verband gelöst worden ist.

Das isolierte Epithelfragment schließt sich dann um den Fremdkörper und bildet den Perlsack, in dem die Sekretion konzentrischer Schalenschichten erfolgt.

Von einer Haftperle spricht man, wenn eine ursprünglich freie Perle an der Innenseite des Gehäuses wieder anwächst.


Beschreibungen fossiler Perlen konzentrieren sich seit ihrer ersten Erwähnung bei Woodward (1723) vor allem auf Muscheln. Den ersten Bericht über eine fossile Perlenbildung bei einem Nautiliden (Pleuronauülus, Trias) lieferte Kieslinger.

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Viele als Perlen interpretierte Hohlformen in Steinkernen paläozoischer und triadischer Ammonoideen bleiben zweifelhaft, da auch alternative Erklärungsmöglichkeiten existieren und aufgrund der Erhaltungsbedingungen eine klärende Beweisführung versagt bleibt.

Der erste gesicherte Nachweis von echten Schalenkonkretionen bei Ammonoideen gelang Keupp (1987) am Beispiel von zwei Dactylioceraten aus dem süddeutschen Unter-Jura.

In beiden Fällen liegt zu den 4,5 bis 9 mm großen rundlichen Eindellungen des Steinkerns die in Kalzit umgewandelte Schale vor.

Schnitte durch die Schalenkonkretionen zeigen, daß zwischen der Primärschale und der sekundären inneren Schalenauskleidung der Wohnkammer, die das wellblechartige Rippenmuster intern glättet, jeweils ein 1,5 bis 3 mm großer, eiförmiger Einschluss abgekapselt wurde.

Analog zu ähnlichen Schalenkonkretionen bei modernen Miesmuscheln können die beobachteten Perlbildungen der Dactylioceraten auf nicht näher zuordenbare Parasiten zurückgeführt werden.

Schalenlamellen in der Wohnkammer Für das gelegentliche Auftreten interner Schalenlamellen bei Ammonoideen, die subparallel zur Gehäusewand in der Wohnkammer angelegt werden, kommen möglicherweise ähnliche Ursachen in Frage wie bei der Perlenbildung.

Solche anomalen Trennwände, die wie eine Zeltplane in der Wohnkammer aufgespannt werden und die lichte Höhe der Gehäuseröhre streckenweise bis auf 60 Prozent einengen können, sind bisher bei verschiedenen Ammonoideen-Gattungen aus Trias jura und Kreide bekannt geworden, zum Beispiel bei Ceratites, Pleuroceras, Dactylioceras\ Kosmoceras und Pavlovia/Strajevskya.

Daneben liegt dem Verfasser eine Reihe weiterer Taxa vor (Nevadites, Chondroceras, Sigcüoceras, Virgatites, Audouliceras sowie der hier abgebildete Elatmites).

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