Fossiliensammlung Knecht - Fossil Collection Knecht

Geschichte der Ammonitenforschung english | deutsch

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Nautilus - ein brauchbares Paradigma für Ammoniten-Gehäuse?

Ammoniten - unbekannte Wesen?
Fossilien - Geschichte der Ammonitenforschung
Die Stellung der Ammonoideen
Das Vorkommen eines Brutgehäuses bei Argonauta
Nomenklatur und Taxonomie der Ammonoideen
Externe Merkmale der Ammoniden
Mollusken - Abrasion
Sepien - Kalmare - Octopoden
Conellen - auf Steinkernen von Ammonoiden
Gehäuseanomalien - kranke Formen
Parasitismus & Krankheiten
Fehlende Skulptur der inneren Schalenlamellen
Der Sypho
Die Septen - der septale Mantel

 

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Nautilus - ein brauchbares Paradigma für Ammoniten-Gehäuse?
Die mittelalterliche Tradition der Naturwissenschaften war in starkem Maße durch die antiken Schriften geprägt.

Die zum Teil mystischen Vorstellungen von Plinius dem Älteren, die er in seinem Werk >Historia Naturae< niedergelegt hatte, waren bis ins 18. Jahrhundert hinein für die Mutmaßung verantwortlich, daß Ammoniten, die im volkstümlichen Sprachgebrauch auch als "Donner beziehungsweise "Wettersteine" ("Große Krötensteine", "Brontia", "Ombria") bezeichnet wurden, während heftiger Gewitter und Platzregen vom Himmel gefallen seien. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts setzte sich vereinzelt die Anschauung durch, daß Ammoniten - wie viele andere Fossilien - Reste vergangener Lebewesen seien.

Mit dieser revolutionären Erkenntnis beginnt auch die konkrete naturwissenschaftliche Betrachtungsweise, die jedoch aus der klerikal dominierten Tradition heraus zunächst fast zwangsläufig noch zu dem Schluss führen musste, dass alle Fossilien Reste der biblischen Sintflut seien. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wagten die ersten Wissenschaftler, sich über die Zwangsjacke der kirchlichen Lehrmeinung hinwegzusetzen, und postulierten, dass die Fossilien in den verschiedenen übereinander gestapelten Gesteinsfolgen ein unterschiedliches Alter besäßen.

Einer der ersten Verfechter dieser modernen Sichtweise war J. C. M. Reinecke in Coburg, der 1818 mit seinem in Lateinisch geschriebenen Werk >Des Urmeeres Nautili und Argonautae aus dem Gebiet von Coburg und Umgebung< eine bis heute brauchbare und detaillierte Beschreibung von Ammoniten lieferte. In diese Aufbruchszeit datiert auch die Etablierung der sogenannten Biostratigraphie durch W Smith, der in England von 1769 bis 1839 gelebt hatte.

Anhand der vertikalen Abfolge charakteristischer Ammoniten-Formen definierte er eine zeitliche Abfolge von Gesteinsschichten. Sie ermöglichte nun erstmalig, Aufschlüsse unterschiedlicher Gegenden, die den gleichen Fossilgehalt aufweisen, als zeitgleich abgelagerte Einheiten zu korrelieren. Die in dieser Zeit eingeleitete naturwissenschaftliche Betrachtung, in der anfangs zoologisch-systematische Fragen der Zuordnung fossiler Conchilien zu modernen, heute lebenden Äquivalenten im Vordergrund standen, wagte aber auch funktionale Überlegungen, die aus heutiger Sicht teilweise recht kuriosen Charakter hatten. Anhand der Beobachtungen, dass im Zuge der Verwitterung Ammoniten-Steinkerne entlang der Kammerscheidewände zerfallen, folgerte 1823 beispielsweise J. E Krüger, dass die Ammonitenglieder deutlich zeigen, dass sie, wie Rückenwirbel höherer Tierklassen, mit gelenkartigen Fortsätzen versehen sind und dem lebenden Tier eine Gelenk-Bewegungverstatteten." Heteromorphe Ammoniten, welche abweichend von der "normalen" planspiral aufgerollten Gehäuseröhre keine geschlossene Spirale aufweisen, hat er deshalb als Tiere gedeutet, die sich, vom Tode überrascht, nicht mehr vollständig zusammenrollen konnten.

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Die Unterteilung spiralförmiger Conchilien durch Carl Von Linne in solche, die einkammerig (Argonautae) und mehrkammerig (Nautili) sind, hat dazu geführt, dass von Anbeginn der wissenschaftlichen Beschreibung die Ammoniten - wie ursprünglich auch spiralförmig aufgerollte, den Amöben verwandte einzellige Foraminiferen - den Nautili zugeordnet wurden. Versuche, die Ammoniten als Lebewesen zu rekonstruieren, orientierten sich deshalb vor allem an dem noch heute lebenden Nautilus.

Die auf den ersten Blick verblüffende Ähnlichkeit im Gehäusebau zwischen Nautilus und den Ammonoideen wurde teilweise bis in die Gegenwart als Rechtfertigung erachtet, die vier bis sechs Arten der modernen Nautiliden, die sich auf die zwei Gattungen Nautilus und Allonautilus verteilen, als Paradigma für die Interpretation der Ammoniten zu verwenden. Gerade in jüngerer Zeit sind mehrfach Zweifel an der Zulässigkeit dieses Vorgehens geäußert worden.


Wir wollen dieser zentralen Frage, inwieweit die Ähnlichkeit im Gehäusebau auch eine Gleichsetzung der Weichkörperorganisation einerseits und der Lebensweise andererseits zwischen Nautilus und den Ammonoideen rechtfertigt, zu einem Leitmotiv des vorliegenden Buches erheben und werden sehen, dass die Ammonoideen aufgrund paläobiologischer Argumente und ihrer spezifischen Lebensstrategien in der Tat den modernen coleoiden Tintenfischen näher standen als den vielfach als altertümlich erachteten Nautiliden ("lebendes Fossil"). Der deduktiven Methode folgend, soll dabei vom derzeitigen Kenntnisstand zur stammesgeschichtlichen Stellung der Ammonoideen im System der Weichtiere ausgegangen werden.

Die Beweisführung beziehungsweise nähere Erläuterung der dabei verwendeten Merkmale wird im späteren Zusammenhang mit der funktionalen Interpretation einzelner Merkmalskomplexe Schritt für Schritt nachgeliefert.



Ammonitenfoschung - Nautilus - J. C. M. Reinecke - W. Smith - Conchilien - Amöben - Nautiliden - Foraminiferen - Gesteinsschichten - J. E Krüger



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Stratigraphisches Profil der Herznacher Mine
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Synökologische Interaktionen
Die Stammesgeschichte der Ammonoideen: 350 Millionen Jahre Erfolgskurs
Mineralien in guten Kristallen im Schweizer Jura
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Das Gehäuse als hydrostatischer Apparat

 

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