Fossiliensammlung Knecht - Fossil Collection Knecht

Die Stammesgeschichte der Ammonoideen: 350 Millionen Jahre Erfolgskurs english | deutsch

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Aussterbeereignisse innerhalb der Erdgeschichte

Ammoniten - unbekannte Wesen?
Fossilien - Geschichte der Ammonitenforschung
Die Stellung der Ammonoideen
Das Vorkommen eines Brutgehäuses bei Argonauta
Nomenklatur und Taxonomie der Ammonoideen
Externe Merkmale der Ammoniden
Mollusken - Abrasion
Sepien - Kalmare - Octopoden
Conellen - auf Steinkernen von Ammonoiden
Gehäuseanomalien - kranke Formen
Parasitismus & Krankheiten
Fehlende Skulptur der inneren Schalenlamellen
Der Sypho
Die Septen - der septale Mantel

 

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Die Beurteilung der stammesgeschichtlichen Entwicklung bei Ammoniten gründet sich überwiegend auf schalenmorphologische Merkmale und die fossilerhaltungsfähigen Reste des Buccalapparates. Die Darstellung von Verwandtschaftsbeziehungen gestaltet sich durch die vergleichsweise geringe Kombination von Merkmalen, die noch dazu in hohem Maße durch funktionale Zwänge in ihrer Ausgestaltung kontrolliert werden, oft mehrdeutig.

Nach den verfügbaren Beobachtungsdaten verlief die Entwicklungsgeschichte der Ammonoideen diskontinuierlich. So wurden mehrfache Schübe einer explosionsartigen Entfaltung neuer Arten teils durch den Neuerwerb bahnbrechender Eigenschaften (endogene Ursachen), überwiegend aber durch eine Reihe von Aussterbeereignissen innerhalb der Erdgeschichte (exogene Ursachen) ausgelöst.

Die Etablierung einer jeweils artenreichen Vergesellschaftung (adaptative Radiation) war in beiden Fällen mit der regionalen bis weltweiten Ausbreitung der Ammonoideen und der dadurch ermöglichten Einnischung in differenzierte Lebensräume und -weisen verbunden.

So kann als endogener Motor der ersten weltweiten Ausbreitung der Ammonoideen (Agoniatitida) im Unter- und Mittel-Devon der Erwerb der Spiraleinrollung des Gehäuses gesehen werden, welcher der Gruppe eine effiziente Möglichkeit zur horizontalen Bewegung verschaffte. In ähnlicher Weise erfolgte die globale Ausbreitung und formenreiche Entfaltung heteromorpher Ammoniten in der Unter-Kreide gerade durch die heteromorphe Gehäusekonstruktion, welche eine Nutzung der zu dieser progressiven Treibhauszeit verstärkt verfügbaren Stillwasserhabitate zuließ.

Der stetig steigende Meeresspiegel im Mesozoikum, der sich als Trend trotz untergeordneter Zyklen temporärer Rückschläge zunehmend durchgesetzt hatte, erreichte in der mittleren Kreidezeit (Cenoman) mit etwa 250 m über dem heutigen Niveau den höchsten Stand des Phanerozoikums. Die damit verbundene weite Überflutung der Kontinentsockel stellte einen einzigartig großen Schelf-Lebensraum zur Verfügung, dessen sukzessiv voranschreitende Eroberung durch die Ammoniten, insbesondere der "Heteromorpha", auch ohne ein vorhergegangenes größeres Aussterbeereignis eine Radiation ausgelöst hat.

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Faunenschnitte

Für die diskontinuierliche Entwicklung der Ammonoideen waren nach ihrem ersten Auftreten im Unter-Devon vor rund 417 Millionen Jahren jedoch weltumspannende "Faunenschnitte" von besonders schwerwiegender Bedeutung. Sie haben mehrfach fast zum vollständigen Verschwinden der Ammonoideen geführt. Ausmaß und Ursachen der globalen Katastrophen sind insgesamt recht unterschiedlich; House differenziert deshalb bei den für die Ammonoideen relevanten Aussterbeereignissen zwischen Vorkommnissen großen, mittleren, kleinen und kleinsten Maßstabs. In die erste Kategorie fallen die gravierenden Einschnitte am Ende des Devon, im Ober-Karbon (Namur), im oberen Perm und am Ende der Trias, denen übergeordnete taxonomische Einheiten (Ordnungen, Familien) und mit ihnen das Gros der jeweils existierenden Arten zum Opfer fielen. Kleinstmaßstäbliche Aussterbeereignisse betrafen indessen nur einzelne Arten. Den letzten der tiefgreifenden Faunenschnitie an der Wende von der Kreide zum Tertiär vor 65 Millionen Jahren hat schließlich keine Gruppierung der Ammonoideen überlebt.


Das Massensterben großen und mittleren Maßstabs fiel stets mit Zeiten eines weltweit sinkenden Meeresspiegels (Regressionen) zusammen, in denen die flachen Schelfmeere extrem eingeengt wurden und das Klima aufgrund der vergrößerten Festlandsflächen kühl und unausgeglichen war.

Andere, zum Teil weniger signifikante Aussterbeereignisse (zum Beispiel im Ober-Devon vor 364 Millionen Jahren: Kellwasser-Event an der Frasne/Famenne-Grenze, oder das Posidonienschiefer-Event im oberen Lias vor 182 Millionen Jahren) scheinen hingegen in Phasen mit relativ hohem Meeresspiegel stattgefunden zu haben.

Ein ausgeglichenes feuchtes Klima, in dem der Temperaturgradient zwischen Äquator und den Polen gering war, hemmte die Zirkulation der Ozeane und führte in diesen Zeiten zu einer großräumigen Unterversorgung der Meere mit Sauerstoff ("Anoxic-Events").

Durch Orbitalzyklen ausgelöste periodische Klimaschwankungen des Milankovitch-Bandes, welche sich in einer zyklischen Abfolge charakteristischer Sedimente widerspiegeln, wirkten zum Teil auf das Aussterben einzelner Arten ein.

Fossilien - Ammoniten - Ammonoideen - Aussterbeereignisse - Faunenschnitte - Massensterben - Milankovitch-Band - Orbitalzyklen


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